23. April bis 30. Juni 2026
Sonderausstellung
Was trägt, wenn alles fehlt? Hoffnung durch religiöse Praxis im Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel
Gedenkstätte Lager Sandbostel, Bernard Le Godais-Saal
Die Gedenkstätte Lager Sandbostel zeigt vom 23. April bis zum 30. Juni 2026 die von Selina Kaufmann im Rahmen ihres studentischen Praktikums erarbeitete Sonderausstellung zur Bedeutung von
Religion im Kriegsgefangenenlager Stalag X B. Zwischen 1939 und 1945 waren über 300.000 Kriegsgefangene aus ganz Europa und der Sowjetunion in Sandbostel interniert. Trotz Hunger, Zwangsarbeit
und strenger Überwachung durch die Nationalsozialisten spielte der Glaube für viele von ihnen eine ausschlaggebende Rolle zum (Über-)Leben im Kriegsgefangenenlager.
Die Ausstellung beleuchtet, unter welchen Bedingungen die religiöse Praxis im Lager möglich war – und geht außerdem darauf ein, wo sie eingeschränkt oder unterbunden wurde. Grundlage der
religiösen Praxis bildeten zwar internationale Abkommen, doch die Umsetzung und Einhaltung hingen stark von Nationalität, Rang und politischer Einstufung der Gefangenen ab: Während französische,
polnische oder italienische Gefangene eigene Kapellen einrichten konnten, waren sowjetische Gefangene aufgrund der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten weitgehend von Unterstützung
durch internationale Hilfskomitees ausgeschlossen – das betraf auch die religiöse Praxis.
Anhand von Fotografien, Zeitzeugenberichten und Objekten – darunter religiöse Kleinfunde aus dem Offizierslager, Darstellungen der Madonna sowie liturgischer Gegenstände – wird sichtbar, wie
vielfältig das religiöse Leben unter Lagerbedingungen war. Gemeinsame Gottesdienste, Chöre, Gebete und improvisierte Altäre gaben Halt, stärkten die Gemeinschaft und halfen vielen Gefangenen, die
Hoffnung zu bewahren.
Zugleich zeigt die Ausstellung die Ambivalenz der religiösen Praxis: Gottesdienste wurden durch die Wehrmachtssoldaten überwacht, Predigten wurden zensiert und bestimmte Gruppen wurden
systematisch benachteiligt.
3. Juni - 26. August 2026
Sonderausstellung
Vielleicht erlebe ich den Frieden noch. Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine
Gedenkstätte Lager Sandbostel, ehemalige Lagerküche B
Vom 3. Juni bis zum 26. August zeigen wir die Ausstellung "Vielleicht erlebe ich den Frieden noch" über Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine. Sie portraitiert Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine, zeichnet ihre Situation während des russischen Angriffskrieg nach und lässt sie mit ihren Befürchtungen und Hoffnungen zu Wort kommen.
6.5.2026
Würdige Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung
8.4.2026
Neues Studienheft zu NS-Verfolgten aus Polen und der Sowjetunion erschienen
31.3.2026
Wir trauern um Kees Koreman
22.1.2026
Fotografieren lernen an einem besonderen Ort. Neue Workshoptermin 2026
13.1.2026
Offener Brief: Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen
27.10.2025
NEU!
Ausstellungskatalog "trotzdem da" ab sofort erhältlich!
Ausführliche Veranstaltungshinweise, aktuelle Meldungen und das Pressearchiv finden Sie in der Rubrik Aktuelles
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